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8 Gründe warum der Schweigsamste oft das Wichtigste zu sagen hat

Veröffentlicht am Dezember 27 2019

8 Gründe warum der Schweigsamste oft das Wichtigste zu sagen hat

8 Gründe warum der Schweigsamste oft das Wichtigste zu sagen hat

Stille Wasser sind tief. Wenn in einer Runde jemand schweigsam und gleichzeitig konzentriert ist, werden andere aus der Gruppe irgendwann neugierig. "was denkt er/sie wohl dazu?" Menschen, die nicht gleich zu allem ihre Meinung äußern, scheinen einen übergeordneten Sinn in dem Gespräch zu verfolgen – und das macht neugierig. Die Beobachter Rolle ermöglicht nämlich eine andere Perspektive auf das besprochene Problem. Da wo sich andere in Details verstricken, behält der schweigsame Beobachter häufig das große Ganze im Blick und wird gerne zu Rate gezogen, wenn man sich zu sehr in den Details verloren hat. 
Es ist also durchaus sinnvoll auch mal zu schweigen, sich zurückzulehnen und das Gespräch auf sich wirken zu lassen.

Hier ein paar Gründe, warum Schweigen und Beobachten so gut ist:
1. Durch Zuhören lernst du mehr. Wenn du immer nur von dir und deinen Theorien erzählst, erfährst du wenig Neues. Sei neugierig und stell Fragen, um zu erfahren, wie andere die Welt sehen und höre aufmerksam zu, was sie zu berichten haben. 
2. Aktives Zuhören kreiert ein Feld der Aufmerksamkeit, in der der Redner teilweise auf Ideen kommt, von denen er vorher selbst nichts wusste. Wenn du mit deiner Aufmerksamkeit komplett beim anderen bist, hast du vielleicht schon mal bemerkt, dass der in diesem "Scheinwerferlicht" zu ungeahnten Höchstleistungen hochfährt. Du kannst durch deine Aufmerksamkeit also eine Atmosphäre schaffen, in der sich dein Gegenüber so sicher und wertgeschätzt fühlt, dass das Stresszentrum im Gehirn runterfährt. Stattdessen wird vor allem der präfrontale Kortex aktiviert. Der ist verantwortlich für Veränderungen, Kreativität und dem Schaffen von Neuem. Je mehr wir entspannen und im s.g. „flow“ sind, desto kreativer werden wir und durch aktives Zuhören kannst du diesen Zustand bei deinem Gegenüber unmittelbar beeinflussen.
3. Zuhören schafft Ruhe. Ein Gespräch ist wie ein Tennis Spiel, es kann ein heftiger Schlagabtausch sein, der schon fast wie ein Kampf ist oder ein ruhiges gemütliches miteinander. Der heftige Schlagabtausch entsteht, wenn du unterbrichst, schnell redest, Gesten benutzt, die den intimen Persönlichkeitsraum des Gegenübers durchdringen – das kann auch ein bohrender Blick sein. Entspanntes offenes Zuhören hingegen schafft Ruhe und Gelassenheit, wo sich der Gegenüber frei entfalten kann. 
4. Zuhören und beobachten hilft dir, das große Ganze besser zu sehen, vor allem in einer Gruppe. Viele haben Angst, in einer Gruppe unterzugehen, wenn sie sich nicht durch Wortbeiträge Raum verschaffen. Interessanterweise ist es jedoch eine Eigenschaft von vielen Leadern ihren Angestellten gut zuzuhören. Natürlich geben sie dabei die Rahmenbedingungen vor (Dauer, Detailtiefe, persönliche Bewertung oder nur Fakten), aber letztendlich sammeln sie Informationen der Angestellte, um dem Ziel oder Problem näher zu kommen und es besser zu verstehen.
5. Zuhören und Schweigen gibt dem gesagten Bedeutung, indem es einen Spannungsmoment schafft. Es schafft Neugierde beim Gegenüber. Jemand, der alles sofort und gleich erklärt, um dem Gegenüber gefällig zu sein wirkt unsicher und abhängig. Jemand, der in sich ruht und eine innere Agenda fährt und sich der Bedeutung seiner Sache sicher ist, der kann diese Bedeutung zum Ausdruck bringen, indem er die Worte mit Bedacht wählt, Pausen schafft und Spannungsbögen in seinem Erzählstil einbaut. An besonderen Momenten zu schweigen, aber trotzdem nicht die Aufmerksamkeit herunterzufahren schafft eine besondere Bedeutung und lässt deinen Gegenüber regelrecht an deinen Lippen hängen.
6. Zuhören und Schweigen erhöht die Aufnahmebereitschaft deines Gegenübers. Wenn Leuten erstmal zugehört wurde und sie das loswerden konnten, was ihnen auf dem Herzen lag, sind sie anschließend in der Regel viel besser in der Lage das aufzunehmen, was du zu sagen hast. Lass sie also in der ersten Hälfte des Gesprächs ruhig viel reden, unterbrich wenig und höre interessiert zu, aber leite dann in der zweiten Hälfte langsam aber höflich in deine Richtung.
7. Schweigen schafft Effizienz: Wenn du keine Scheu vor Pausen im Gespräch hast, kannst du diese Zeit sogar nutzen, um deine Gedanken besser zu ordnen bevor du sprichst. Dadurch wird das, was du sagst effizienter und nachvollziehbarer. Denn wenig ist mehr. Oft denken wir, dass wir mit möglichst vielen Beispielen, Vergleichen und Situationen aufwarten müssten, um unser Gegenüber zu überzeugen. Aber dadurch überlastet wir das Gehirn des Gegenübers mit einer Masse an Informationen, die es gar nicht ausgiebig verarbeiten kann. Wenn du hingegen Zeit nimmst, dich inhaltlich zu strukturieren und nicht lange ausholst, sondern Dinge auf den Punkt bringst, machst du es deinem Zuhörer deutlich leichter, dich zu verstehen. Dadurch werden nicht nur Zielvereinbarungen mit Kollegen effizienter, Meetings werden kürzer und konstruktiver. 
8. More power to you: derjenige, der klarer, fokussierter, ruhiger und verständlicher spricht, bekommt in der Regel mehr Aufmerksamkeit und dadurch auch mehr Vertrauen. Vertrauen wird in einer Firma meist schnell mit mehr Verantwortung und Macht belohnt. Die Leute sind meistens auch neugieriger, was derjenige zu sagen hat, wenn von ihm wenig aber dafür gut durchdachte Aussagen kommen.

Reden ist Silber – Schweigen ist Gold: Versuche also nicht zu reden, um Lücken zu füllen, um anderen nach dem Mund zu reden oder um eine unangenehme Spannung zu vermeiden. Hab keine Angst vor diesem Spannungsmoment. Lerne ihm schweigend Raum zu geben und zu spüren, was er dir sagen will. Sprich den Elefanten im Raum an. Sag das eine, was keiner sich traut zu sagen, aber was alle spüren und erlaube dem Schweigen dir zu zeigen, was es ist.

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