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Abnehmen mit dem Hungertier

Veröffentlicht am Juni 06 2019

Abnehmen mit dem Hungertier

 

Abnehmen mit dem Hungertier

Wer kennt es nicht – man hatte einen stressigen Tag, ständig war irgendwer da, der was von einem wollte, und das Telefon wollte einfach nicht aufhören zu klingeln. Oder man hat Stress zu Hause – da wartet die Steuererklärung, der unzufriedene Partner oder der Staubsauger, der schon selbst von einer Staubschicht bedeckt ist. Manchmal ist es aber auch einfach zu viel und wir brauchen eine Belohnung, wir wollen Ruhe, Kraft tanken und uns wieder zufrieden und getröstet fühlen – am besten ganz schnell. Diese Stress-Momente sind die Auslöser für das Hungertier, was jeder von uns in sich trägt. Stress weckt es auf und stachelt es an. Und das Hungertier hat ein sehr feines Gerechtigkeitsempfinden, denn es kümmert sich um unseren Energiehaushalt. Es ist dafür zuständig, dass die Energiereserven wieder aufgefüllt werden und wir einen Ausgleich für unsere Bemühungen bekommen. Und Essen ist ein gutes Medium, was diesen Ausgleich schaffen kann.

Die meisten Menschen hassen ihr Hungertier, denn sie bekommen nur mit, dass sie durch das Hungertier immer wieder Heißhungerattacken bekommen und zunehmen. Die wenigsten sehen dahinter den eigentlichen Versuch, ein Belohnungsgefühl zu organisieren und den (emotionalen) Energiehaushalt auszugleichen.

Ist also der emotionale Stress an allem schuld? Emotionaler Stress entsteht durch Menschen in unserer Umgebung? Nicht ganz! Der Chef darf so viel verlangen wie er will, die Frage ist, wie wir damit umgehen. Der Partner nörgelt immer wieder an einem herum? Darf er! Aber wir dürfen Grenzen setzen und Konsequenzen aufzeigen. Das sind wichtige psychosoziale Interaktionsmuster, die eine nötige Portion Selbstbewusstsein erfordern. Doch wenn man entweder die Interaktionsmuster nicht gelernt hat oder die Portion Selbstbewusstsein nicht groß genug ist, hält man sich in diesen Situationen zurück. Man vermeidet die Konfrontation. Das Vermeiden gibt zwar ein Gefühl kurzzeitiger Erleichterung, aber auf längere Sicht steigt der passive Stress immer mehr an. Man ist enttäuscht von sich und der Welt, weiß aber auch nicht, wie man da was ändern könnte. Doch das Hungertier zählt diese vielen kleinen oder großen Stressmomente, die im Laufe des Tages passieren und nicht ausreichend geklärt werden und es führt den ganzen Tag lang Buch darüber und rechnet das auf dem Nachhauseweg bereits in Schokolade oder Chips um.

Es geht also offensichtlich nicht physische Energie, sondern um emotionale Energie. Unser emotionaler Energiehaushalt hängt schief! Wir gehen unangenehmen Situationen immer wieder aus dem Weg, bis sie immer stärker und größer werden. Die unerledigte Steuererklärung führt zu Stress, gerade weil man keinen Finger dafür krumm macht. Die nervige Kollegin stresst einen, gerade weil man keine Grenzen setzt oder den Mut aufbringt, um Klartext zu reden. Man bekommt immer mehr Arbeit, weil man nicht nein sagt und der Partner verhält sich wie der letzte Idiot, weil man nicht rechtzeitig konstruktiv die eigenen Gefühle kommuniziert und Grenzen gesetzt hat. Wir haben die Tendenz, den Schuldigen immer im Außen zu suchen, doch tatsächlich müssen wir lernen, die Selbstverantwortung für den Stress, der sich in unserem Leben anhäuft, zu übernehmen. Wir müssen lernen den Druck rauszulassen und zwar in dem Moment wo er entsteht und nicht immer mehr und mehr zu essen, damit wir genügend Kraft haben, diesen Druck weiter auszuhalten. Wenn wir in einem unangenehmen Arbeitsklima sind, wenn die Kollegin einen auf dem Kieker hat, wenn man nicht nein sagen kann, wenn man sich nicht traut die eigenen Wünsche auszusprechen oder Grenzen zu setzen, dann müssen wir lernen genau das zu tun: Wir müssen lernen unsere Wahrheit zu sagen und den Druck rauszulassen.

Das braucht natürlich ein gewisses Verständnis darüber, zu erkennen, was da eigentlich Stress in einem auslöst. Für viele fühlt es sich nämlich paradoxerweise erstmal erleichternd an, dem Chef, der Kollegin oder dem Partner den extra Gefallen zu tun. Erst später merkt man, dass das mal wieder zu viel war. Es ist also eine Fähigkeit, diese Zusammenhänge zu sehen und die Situation rechtzeitig zu erkennen, wenn es mal wieder soweit ist, dass man langfristigen Stress in Kauf nimmt, um kurzfristigen Stress zu vermeiden. Das Ziel wäre es, das umzukehren: Kurzfristig Stress in Kauf nehmen, um langfristigen Stress zu vermeiden. Das würde unser Hungertier sehr entlasten, denn es muss die emotionale Energiebilanz nicht mehr ausgleichen. Doch das erfordert gewissen Fähigkeiten, Softskills, wie klare, authentische Kommunikation, Selbstbewusstsein, um auch mal nein-sagen zu können, Selbstwahrnehmung, um das auch fühlen zu können.

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