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Bleiben oder gehen - wann lohnt es sich für eine Beziehung zu kämpfen?

Veröffentlicht am Dezember 20 2019

Bleiben oder gehen - wann lohnt es sich für eine Beziehung zu kämpfen?

Bleiben oder gehen - wann lohnt es sich für eine Beziehung zu kämpfen?

Warum gehen wir eigentlich überhaupt eine intime Beziehung ein? Und warum ist es manchmal so schwer eine Beziehung aufrecht zu erhalten? Tatsächlich gibt es immer mehr Single Haushalte und viele Menschen haben kaum noch ein Problem damit, allein zu sein. Im Gegenteil, sie ziehen es sogar vor, alleine zu leben. Und wenn dann doch mal das Bedürfnis nach Intimität aufkommt, gibt es ja Freunde, Hobbies oder immer mal wieder kurze Bekanntschaften – Tinder macht es möglich. Sicherlich, es gibt auch viele Menschen, die alles für eine Beziehung tun würden und eine große Sehnsucht nach Nähe, Intimität und Liebe haben und diese einfach nicht finden. Das ist tragisch und traurig. Aber trotzdem geht es heute nicht um die, die unbedingt eine Beziehung wollen und keine haben, sondern um die, die keine haben wollen – zumindest nicht um jeden Preis. Es geht also um dieses interessante Phänomen des selbstgewählten Alleinseins. Warum ist das so? Eine intime und vertraute Partnerschaft ist doch das wonach sich jeder sehnt und Liebe ist das, worum sich alles dreht. Liebe hält die Welt zusammen und lässt alles wachsen und schöner werden. Angst – das Gegenstück – führt zum Rückzug, zum Überdenken und Hinterfragen. Doch ist es wirklich Angst, was diese neue Type Mensch zurückhält, einer Partnerschaft eine ähnliche Gewichtung zu geben wie all die Generationen davor?

Die Bedingungen, die früher so häufig (z.T. auch recht unromantische und lieblose) Beziehungen zusammengehalten haben, wie Einkommen, lokale Gebundenheit, einen gemeinsamen Familien- oder Freundeskreis oder schlichtweg Mangel an Alternativen, verändern sich. Frauen verdienen immer besser, und Familie ist kein Grund mehr, für immer an einem Ort zu bleiben. Not schweist zusammen und Überfluss isoliert? Wir Leben in einem Paradox von Überfluss und Wahlmöglichkeiten, die es uns schwer machen, Entscheidungen zu treffen und bei einer Entscheidung zu bleiben. Es entsteht dieses Gefühl, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist. Und es gibt viele Faktoren, die dieses Gefühl begünstigen. Ich will hier gar nicht gesellschaftskritisch werden. Es ist, wie es ist. Wir müssen nur lernen, uns dieser Einflussgrößen bewusst zu werden und die Einflüsse dieser gesellschaftlichen Entwicklungen auf unser Verhalten verstehen lernen. Führen diese Faktoren, wie finanzielle Unabhängigkeit, Freizügigkeit und ein nahezu unerschöpflicher Pool an Optionen potentieller Partner dazu, dass wir uns schneller aus dem Staub machen, wenn es schwierig wird? Sind wir dadurch zu einer Gesellschaft von Drückebergern geworden?

Ja natürlich! Diese gesellschaftlichen Veränderungen beeinflussen unser Verhalten und wie wir an Probleme herangehen. Warum soll ich eine eisige Stimmung zu Hause aushalten, wenn ich gehen kann, warum soll ich neue Menschen in der Realität kennenlernen, wenn es so viel Ablenkung und Unterhaltung gibt und zwar zu einem viel geringeren Aufwand. Und so gut und fortschrittlich es ist, nicht mehr aus materiellen Gründen in einer toxischen Beziehung bleiben zu müssen, so entwickelt sich gerade ein Trend der Wegwerf-Beziehung. Unabhängig zu sein ist ein Luxus, der kostbar ist und erhalten werden soll. Doch wir müssen lernen damit umzugehen und müssen uns über eine Sache sehr bewusst werden: Unser Gehirn vermeidet gerne. Unser Gehirn ist ein kleiner Angsthase und wo es kann, spart es gerne Energie ein. Unangenehme Wahrheiten, Emotionen und Sehnsüchte anzusprechen, fühlt sich anstrengend und verletzlich an. Etwas, was unser Gehirn nur zu gerne vermeidet. Ein klärendes Gespräch, weil uns etwas stört? Warum muss ich mir den Stress überhaupt geben?

Wenn wir also keine wirklichen Abhängigkeiten spüren, die uns die Schwierigkeiten in Beziehungen früher haben nach Lösungen suchen lassen, was könnten dann jetzt Gründe sein, zu bleiben? Was ist der Sinn zu kämpfen, wenn einem das Gehen so leicht gemacht wird? Der wohl wichtigste Grund neben Familiengründung und Austausch ist das gemeinsame Wachstum. Wir verstehen zunehmend, dass der Partner zu dem wir Liebe empfinden, unser Spiegel ist, durch den wir uns besser kennen lernen können. Ohne ein Gegenüber sind wir nichts, und alleine können wir nicht frei sein. In einer Beziehung wahrhaftig zu bleiben und ehrlich zu sagen, wann uns etwas verletzt, wenn wir etwas nicht verstehen, wenn wir uns unsicher und missverstanden fühlen, erfordert Mut und gute Kommunikation. Angriffe des Partners zu spiegeln und dabei ruhig und entspannt zu bleiben erfordert Training und Wissen: zum Beispiel: „das was der andere sagt und tut, sagt mehr über ihn aus als über Dich.“

Wenn Du mehr darüber lernen möchtest, dann schau Dir unseren Kurs Umgang mit schwierigen Menschen“ an.

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