Mein Warenkorb

Abschließen

Die Kraft der Routinen

Veröffentlicht am Juni 02 2019

Die Kraft der Routinen

 

Die Kraft der Routinen

Wie du erfolgreich umsetzt, was du dir vornimmst

Was ist eine Routine? Eine Routine ist die Abfolge von immer gleichen Verhaltensweisen, die vom System (Gehirn und Körper) automatisiert wurden. In der Regel macht unser Gehirn das ganz von alleine und zwar mit dem Ziel, Energie zu sparen. Wenn das Gehirn nämlich nicht jedes Mal aufs Neue überlegen muss, warum es was tut, wird der Energieverbrauch enorm reduziert. Unser Gehirn ist also eigentlich ein kleiner Faulpelz – oder besser gesagt: es will die Energie für wichtigere Dinge verwenden. Das Gehirn hat dafür einen Trick. Es belohnt das Einsparen von Energie, indem es daraufhin das Belohnungssytem aktiviert. Dann wird Dopamin ausgeschüttet und Du fühlst Dich gut dabei. Die Routinen, die zum stärksten Belohnungsgefühl geführt haben, werden übrigens am tiefsten im Unbewussten verankert. 
Also, Dein Gehirn scannt Deinen Tagesablauf nach Wiederholungen ab und merkt sich dazu bestimmte Trigger / Auslöser (=die Neurowissenschaftler bezeichnen das als Cue) und daraufhin entsteht ein bestimmtes Gefühl und entsprechende neuronale Cluster werden aktiviert, die das routineverhalten auslösen sollen. Wenn nichts Wichtiges dazwischenkommt, wie ein Raubüberfall das Dach stürzt ein oder so ähnlich, dann folgen Deine gewohnten Handlungen, die Du entweder noch von Deiner Erziehung so draufhast, oder Dir selbst angeeignet hast. Morgens und abends Zähne zu putzen, am Tisch essen und nicht auf der Couch, regelmäßig sauber machen sind so typische Verhaltensmuster, die einfach drin sind und wofür sich Eltern manchmal jahrelang abplagen, bis das Kind diese Routine drin hat. Für jede Routine gibt es Cues (=Trigger). Du hast Cues fürs Zähneputzen, saubermachen, für Hunger, aber auch für Gefühle wie Freude, Trauer, Ehrgeiz usw. Wenn Du Essen siehst, sei es durch Werbung, Du läufst an der Bäckerei ums Eck vorbei, oder an den Süßigkeiten in der Büroküche, dann sind das Trigger, die Appetit entstehen lassen (auch wenn Du noch gar nicht hungrig bist!). Je nachdem wie Deine anerzogene Routine dazu ausgebildet ist, gehst Du diesem Appetit schneller oder gar nicht nach.

Beim Entstehen einer Routine werden s.g. Feedbackloops ( try->fail or try->success) durchlaufen. Das macht Dein Gehirn permanent. Es scannt Deine Umgebung ab und sucht dabei nach
1. Cues: das sind s.g. Trigger oder Auslöser wie Essen, Zahnbürste, Staub in den Ecken, aber auch Status, Bekanntheitsgrad, Werbung, Äußeres, ... die positive oder attraktive Erwartungen in uns auslösen. Dein Gehirn scannt nach möglichen Dingen, die Du tun kannst, um dadurch das Belohnungsgefühl zu bekommen. Das kann Belohnung durch Sättigung, dem angenehmen sauberen Gefühl im Mund, Sauberkeit im Haus, Anerkennung, Entspannung usw. sein.
2. Craving: das kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Begierde. Begierde nach dem Belohnungsgefühl, was entstehen könnte. Das Gehirn hat das clever eingerichtet, denn es vergibt ein paar „Streicheleinheiten“ dafür, dass Du Deinen internen Energie-Status überwindest und Dir die Zähne putzt, Staub wischst, isst, Ehrgeiz entwickelst und die extra Arbeit machst usw. Das Craving dient also der Weiterentwicklung, nach dem Motte: „kurzfristig Stress in Kauf nehmen, um langfristig Stress zu vermeiden. 
3. Response: engl. = Antwort. Damit ist Deine Reaktion gemeint. Also das, was Du dann letztendlich unternimmst basierend darauf, wie viel Energie und Wissen Du dafür zur Verfügung hast. Zähneputzen erfordert nicht viel Wissen, eine neue Aufgabe auf der Arbeit anzunehmen hingegen schon. In der Regel gilt: je höher die Herausforderung, desto größer das Belohnungsgefühl. Gleichzeitig steigt aber auch das Risiko, dass es nicht klappt. Dies richtig einzuschätzen erfordert eine gute Selbsteinschätzung für die eigenen Fähigkeiten und die Lernbereitschaft.
4. Reward: Und dann schließlich kommt die Belohnung und die Befriedigung der Sehnsucht, aber auch das Gefühl, sich weiterentwickelt und verbessert zu haben. 
Aus diesen Feedbackloops entschiedet dann Dein Gehirn, welches Verhalten Sinn macht und welches Verhalten sich lohnt. Man könnte gewissermaßen sagen, dass das Gehirn ein Belohnungsdetektor ist. Es scannt die Umgebung permanent nach Optimierung und Verbesserungen ab. Die Gefahr besteht nur darin, dass ein Verhalten überhand nimmt, also dass die Belohnung durch essen zu attraktiv wird und man bestimmten Cravings zu sehr unterliegt. Deswegen ist es so wichtig, auch bewusst gesunde Routinen, wie Enthaltsamkeit zu entwickeln. 

Dazu bald etwas mehr...

Weitere Artikel

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Alle Blog-Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.