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Emotional Empowerment

Veröffentlicht am Januar 03 2020

Emotional Empowerment

Emotional Empowerment

Es gibt diese Momente, wo wir die Welt aus den Angeln reißen könnten, wo wir uns mächtig und stark fühlen. Wir haben alles unter Kontrolle und einen klaren Durchblick. Aber es gibt auch diese anderen Momente. Wo wir uns unsicher und ohnmächtig fühlen. Leider bleiben diese anderen Momente manchmal viel intensiver in unserer Erinnerung haften. Wahrscheinlich kannst Du Dich auch immer besser an die Momente erinnern, wenn etwas schief gegangen ist, wenn Du etwas an Dir zu kritisieren hattest. Wo Du merkst, dass Du eben nicht in Kontrolle warst. Warum hat unser Gehirn das so eingerichtet? Warum scheinen stresserfüllte Momente tiefer in unser Erinnerungsvermögen eingebrannt zu sein? Eigentlich würde uns unser Gehirn mehr Kraft und Durchsetzungsfähigkeit geben, wenn es die positiven, starken Momente in unserem Erinnerungsrepertoire verankern würde, denn unsere Erinnerungen kreieren gleichsam auch unseren Blick auf die Welt. Je positiver dieser Blick ist, desto zuversichtlicher und kreativer werden wir. Warum also immer wieder dieser Kampf gegen diese Momente der Angst, Frust und Ohnmacht?

Zunächst mach unser Gehirn das, um unser Überleben zu sichern. Der Neandertaler, der ängstlicher war und vor der vermeintlichen Schlange weg gesprungen ist, auch wenn sie nur ein Stock war, hat eher überlebt als der, der gedacht hat, die Schlange wäre ein Stock. Der Grund, warum wir heute in unserer zivilisierten Gesellschaft so komfortabel und sicher leben, verdanken wir einzig und allein dieser Tatsache, denn die Angst hat unsere Vorfahren - und uns irgendwo auch – zu immer wieder neuen Erfindungen angetrieben, um unser Leben sicherer werden zu lassen. Die Häuser wurden stabiler, wir haben Polizei, Schlösser und Schlüssel und jede Menge Passwörter, die wir selber wieder vergessen. Angst ist also anscheinend auch ein großer Antreiber für Entwicklung! Doch gilt das auch für unsere psychosozialen Ängste? Also wenn wir Angst haben, vor anderen als doof da zu stehen, uns zu blamieren, ausgeschlossen zu werden usw.? Sicherlich!

Wir werden bewusster was unsere Emotionen angeht. Wir sind immer weniger fremdbestimmt durch unsere Angst, weil wir immer mehr verstehen, wie und warum sie getriggert wird. Zwischenmenschliche Zusammenhänge wurden früher einfach nicht in Frage gestellt, weil die drohenden Gefahren (wilde Tiere oder das verfeindete Nachbarland) so bedrohlich waren, dass Menschen zu Gruppen zusammengeschweißt wurden, die sich heute vermutlich nicht so gut verstehen würden. Die äußere Gefahr war häufig ein Kitt, der ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen konnte. Heute, in unserer westlichen Kultur und insbesondere nach 70 Jahren Frieden, ist diese äußere Gefahr kaum noch da. Dadurch bricht aber auch dieser Kitt weg, der uns früher zusammengehalten hat. Viele spüren das als neue Freiheit und Individualisierung, andere als Einsamkeit, Hilflosigkeit und Isolation. Es wird von einer Atomisierung der Gesellschaft geredet. Die Menschen fühlen sich einsamer und haben Angst davor, nicht mehr gebraucht und dadurch auch schneller von einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. Kein Wunder also, dass soziale Ängste immer mehr zunehmen. Wie gehen wir nun mit diesen Ängsten um? Wir können diese Ängste nutzen, um uns weiterzuentwickeln, um Interaktionsmuster zwischen Menschen besser zu verstehen. Zu verstehen, welches Verhalten zu einem Ausschluss führt und welches Verhalten ein Gefühl für Verbindung auslöst.

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